Journalismus in Osteuropa – Ein Workshop des EIJK

24. November 2014 0 Comments

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15 Journalisten aus der Ukraine, der Republik Moldau und Georgien haben das EIJK besucht, um über einen unabhängigen Journalismus in Osteuropa zu diskutieren. Zudem informierte sich die Delegation über die derzeitigen Forschungsprojekte des Instituts. Im Austausch mit den Forschern des EIJK wurden die Medienkonzentration und die Eigentümerschaft als Hauptbedrohungen für einen freien Qualitätsjournalismus in der Ukraine und der Republik Moldau ausgemacht. Besonders junge Journalisten, die nicht gewillt seien, über die Themenfelder der privaten Mainstreammedien zu schreiben, könnten von ihrer Arbeit nicht leben. Investigative Beiträge, aber auch regionalpolitische Stücke würden von den privaten Medien nur selten publiziert.

Aus Georgien jedoch konnte eine positive Entwicklung berichtet werden: Die Teilnehmer aus Tiflis berichteten, dass der Regierungswechsel vor zwei Jahren merklich zur Pressefreiheit beigetragen habe. Auch von offizieller Seite aus beginne man, die Funktion der Journalisten in einer demokratischen Gesellschaft zu akzeptieren, wohingegen früher noch nicht einmal der Hörer abgenommen worden sei, um die Fragen von Journalisten zu beantworten. Diese Zwänge machten es oftmals unmöglich, Informationen über staatliche Unternehmen und offizielle Projekte zu sammeln und diese Körperschaften unabhängig zu kontrollieren.

Viele Mitglieder der Delegation aus der Republik Moldau, der Ukraine und Georgien hängen ihre Hoffnungen, unabhängigen Journalismus öffentlich zu machen, an regionale Webseiten, die von freiberuflichen Journalisten geführt werden. Ihre Reichweite wachse beständig. Dennoch sehen die Teilnehmer große Probleme in der Finanzierung ihrer Arbeit, sie hoffen auf internationale Kooperationen und deren Rückhalt. Die Teilnehmer des EIJK erklärten, wie internationale Journalistennetzwerke, paneuropäische Kooperationen und vergleichende Analysen die Situation beeinflussen können. Das Treffen war Teil eines Programms des Moldova Institut Leipzig e.V.

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