Netzwerkanalyse

Um journalistisches Handeln zu verstehen, reicht es nicht, die individuellen Handlungsmuster und Orientierungen der Journalisten zu kennen sowie das System, in dem sie sich bewegen. Wichtig sind auch die sozialen Bezüge, in denen sie eingebettet sind. Daher müssen die akteurszentrierten und systemtheoretischen Ansätze der Journalismusforschung um eine Zwischenebene ergänzt werden, die auf halber Flughöhe zwischen der Mikro- und der Makro-Perspektive liegt. Geeignet hierfür ist die Netzwerk-Perspektive; die Methode ist die Netzwerkanalyse (Social Network Analysis, SNA).

 

In diesem Projekt wird gefragt: Mit welchen Eliten aus Politik und Wirtschaft haben journalistische Eliten wann, wo und in welchem inhaltlichen Kontext außerhalb ihrer journalistischen Pflichten Kontakt? Der Grundgedanke dieser Analyse ist: Sitzt ein Journalist X zusammen mit Politiker Y und Firmenchef Z im Kuratorium eines Think Tanks oder im Vorstand eines Vereins, besteht zwischen ihnen eine Beziehung. In der Zusammenschau vieler solcher personen- und organisationenbezogener Beziehungsdaten wird ersichtlich, wer mathematisch gesehen wem nahe steht; in Netzwerkgrafiken kann gezeigt werden, in welcher sozialen Umgebung sich einzelne Journalisten oder Medien mutmaßlich befinden.

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